Motorradfahren ist weit mehr, als reine Fortbewegung. Auch wenn das Motorrad natürlich für den täglichen Weg zur Arbeit geeignet ist, so wird es doch in erster Linie in der Freizeit eingesetzt. Am Feierabend noch eine Runde drehen, am Wochenende eine kleine Ausfahrt, oder im Sommer eine ausgedehnte Tour mit Freunden. Das Motorrad ist ein High-Tech Sportgerät, das denen, die es lieben, eine tolle Zeit beschert!

Die motorisierte Freiheit

Beim Motorradfahren ist man der Straße viel näher, als im Auto. Was auch Gefahren birgt macht aber auch einen Großteil der Faszination und den Reiz aus. Man spürt die Geschwindigkeit und statt im geräuschlosen Innenraum des Autos zu sitzen, pfeift der Fahrtwind um den Helm. Wo Autofahrer im gepolsterten Sportsitz ruhen, da spürt man auf dem Motorrad den Boden und die Vibrationen des Motors. Auf dem Motorrad hat man freie Sicht in alle Richtungen. Keine Karosserie beeinträchtigt die Aussicht und die Natur, die den Motorradfahrer umgibt, kann ihn ungehindert erreichen und ihren Eindruck hinterlassen.

ambitionierte Amateur

Das Motorrad wird als Sportgerät bei Weitem nicht so häufig genutzt, wie das Auto. Oft lässt die Witterung nicht zu, mit dem Motorrad zu fahren. Alleine schon vom Zeitaufwand liegt die Fahrpraxis am Motorrad hinter der mit dem Auto zurück. Dieser Umstand kann schnell zum Verhängnis werden. Gerade am Anfang der Saison muss man sich wieder an sein Bike gewöhnen und Fahrpraxis aufbauen. So wie das Fahrradfahren verlernt man es nicht, aber man sollte beim Motorradfahren nie vergessen, wie gefährlich Selbstüberschätzung und Fahrfehler werden können.

Anstrengend

Motorradfahren ist anstrengend. Wer schon einmal eine längere Tour absolviert hat, der weiß, welchen Muskelkater man am nächsten Tag haben kann. Der Körpereinsatz ist ungleich höher, als mit dem Auto und das Motorrad will in die Kurven gedrückt und gelegt werden. Der Kopf arbeitet mit und nicht zuletzt ist der Körper die meiste Zeit angespannt um das Bike optimal kontrollieren zu können. Der Puls steigt auf dem Motorrad deutlich an und nach einem Tag auf dem Zweirad hat man sich auf jeden Fall ein ausgiebiges Abendessen verdient.

Unterschied zum Auto

Der Unterschied zum Auto könnte nicht größer sein. Wer hunderttausende Kilometer unfallfrei mit dem Auto zurückgelegt hat, muss nicht unbedingt ein guter Motorradfahrer sein. Die ungewohnte Situation, andere Blicktechnik und vielleicht eine gewiße Unsicherheit auf dem Motorrad tragen dazu bei, dass man Fehler macht. Man nimmt sich zu wenig Zeit um eine Lage einzuschätzen und kann leicht in einegefährliche Situation geraten.

Manöverkritik

Wichtig bei Fahrfehlern und Situationen, die nicht ideal verlaufen sind, ist die Nachbetrachtung. Statt sich selbst zu belügen und die Situation herunterzuspielen sollte man sich konkret damit auseinandersetzen. Was ist schief gelaufen? Was habe ich selbst falsch gemacht und was mus sich zukünftig ändern um solche Situationen zu verhindern? Ein offener Umgang mit Fahrfehlern, eine kurze Analyse und die Entwicklung einer Strategie für die Zukunft sind wichtige Schritte um zu lernen und sicherer zu fahren.

Vorausschauender Kurvenblick

Die Blicktechnik beim Motorradfahren unterscheidet sich stark vom Autofahren. Der vorausschauende Blick muss rechtzeitig Gefahrensituationen erkennen. Wo man mit dem Auto kurzerhand drüberfährt kann leicht eine große Gefahr für das Motorrad werden. Dinge, die auf der Fahrbahn liegen können einen Sturz verursachen und schwere Folgen haben. Auf der Autobahn, oder außerhalb des Ortsgebietes kann so etwas schnell ernst werden. Der Blick muss daher weit nach vorne reichen um auch rechtzeitig ausweichen zu können. In den Kurven ist die Blicktechnik das A und O. Weit voraus soll der Blick gehen, damit man Hindernisse und Gefahren rechtzeitig erkennt. Dabei muss darauf geachtet werden, dass man die Geschwindigkeit an die Sichtweite anpasst. Sieht man das Ende der Kurve nicht, dann muss man ausreichend langsam fahren um gegebenenfalls stehenbleiben zu können.

Kurventechnik

Kurven können beim Motorradfahren viel Spaß machen, sind aber auch sehr anspruchsvoll. Die wichtigste Regel, gleich nach der Blicktechnik, ist das Fernhalten von der Mittellinie. Man muss weit rechts fahren, um sich bei Gegenverkehr nicht in Gefahr zu geben. Die große Gefahr bei den Linkskurven ist die Neigung des Motorrads, wodurch der Kopf des Motorradfahrers, der zu weit links fährt, in den Gegenverkehr ragt. Mit welcher Technik man das Motorrad in die Kurve neigt ist abhängig vom Motorrad und vom Untergrund. Im Prinzip gibt es drei Techniken.

Drücken und Legen

Beim Drücken neigt sich der Fahrer weniger, als das Motorrad in die Kurve. Der Oberkörper bleibt etwas aufrechter, als das Bike. Auf den Reifen wirken dadurch weniger Kräfte. Bei rutschigem Untergrund macht diese Metode auf jeden Fall Sinn. Außerdem kann man mit dem Drücken rasch zwischen Links- und Rechtskurven wechseln.

Legt man sich zusammen mit dem Motorrad ist die Kurve, dann macht man die gesamte Schräglage mit. Diese Technik ist der Standard und am weitesten verbreitet. Der Lastwechsel von Rechts auf Link dauert zwar länger, aber man hat das Motorrad gut unter Kontrolle. Bei der dritten Technik neigt man sich mehr in die Kurve, als das Motorrad. Beim sogenannten Hanging-Off wird der Schwerpunkt mit dem eigenen Körper tiefer gelegt. So kann man höhere Kurvengeschwindigkeiten fahren,

Vorsichtig fahren

So faszinierend die Kräfte auf dem Motorrad und ihre Wirkung auch sein mögen, der eigene Fahrstil sollte immer davon geprägt sein, sich nicht in Gefahr zu begeben. Angepasste Fahrweise und volle Konzentration sind ein absolutes Muss. Speziell wenn es einmal regnet muss man auf Kanaldeckel und Bodenmarkierungen achten. Diese können, wenn sie nass sind, sehr rutschig werden. Motorradfahren ist ein tolles Hobby. Beachtet man ein paar Grundregeln, fährt im Zweifelsfall lieber einmal langsamer und überhölt erst dann, wenn alles passt, dann kann ist man auf dem besten Weg zu einem sicheren Motorradfahrer!